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Haarausfall bei Frauen – wie er entsteht und was zu tun ist

Haarausfall bei Frauen

Haarausfall bei Frauen ist für die meisten kein angenehmes Thema. Entgegen vieler Annahmen sind nämlich nicht nur Männer von dem Verlust betroffen. Auch bei Frauen können sich kahle Stellen bemerkbar machen. Diese hängen jedoch oftmals weniger mit dem fortschreitendem Alter zusammen. Generell können die unterschiedlichsten Ursachen hinter den Beschwerden stecken. Während sich einige relativ einfach beheben lassen, ist die Therapie bei anderen zugrunde liegenden Erscheinungen weitaus schwieriger.

Was ist Haarausfall bei Frauen?

Das Menschen, egal ob Frauen oder Männer, Haare verlieren, ist vollkommen normal. Deswegen besteht kein Grund zur Annahme Haarausfall, wenn sich am nächsten Morgen einige Haare auf dem Kissen oder in der Bürste befinden. Erst wenn regelmäßig mehr als hundert Haare am Tag die Kopfhaut verlassen, kann von einem Haarausfall gesprochen werden. Insgesamt sollen in Deutschland 500.000 Frauen unter Haarausfall leiden. Bei dem männlichen Geschlecht sind es etwa 1,5 Millionen.

Menschen besitzen etwa 100.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Diese werden über die Haarwurzeln mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Hier befinden sich winzige Blutgefäße, die das Auge ohne Hilfsmittel kaum erblicken kann. In einem Monat wachsen die Strähnen ungefähr einen Zentimeter. Dabei befinden sie sich in unterschiedlichen Phasen. In der Wachstumsphase werden innerhalb von 2 bis 6 Jahren durchgehend neue Haare produziert durch die permanente Zellteilung. Während der Übergangsphase stellt sich die Herstellung von Zellen ein. Der Prozess nimmt 2 bis 3 Wochen in Anspruch. In der Ruhephase bleibt jegliches Wachstum aus. Diese dauert ungefähr 3 bis 4 Monate an. Nach einigen Jahren wird das alte Haar abgestoßen und durch ein neues ersetzt. Deswegen fallen uns täglich bis zu 100 Haare aus, ohne dass von einem Haarausfall die Rede ist.

Haarausfall bei Frauen

Androgenetischer und diffuser Haarausfall bei Frauen

Hinter einem androgenetischen oder diffusen Haarausfall stecken verschiedene Ursachen. Generell werden diese jedoch in zwei Kategorien eingeteilt. Äußere Symptome sind bereits dazu in der Lage, einen ersten Verdacht zu erwecken, warum die Haare ausfallen.

Der androgenetische Haarausfall ist erblich bedingt. Damit lässt er sich durch eine medizinische Behandlung nicht mehr abwenden oder verändern. Stattdessen müssen Patienten und Patientinnen lernen, mit dem Verlust umzugehen. Die Haare verschwinden zunächst insbesondere im Bereich des Scheitels und nehmen eine immer dünnere und kürzere Erscheinungsform an. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wachsen nur noch sehr feine Haare nach. Ein androgenetischer Haarausfall beruht in der Regel auf einer erblichen Veranlagung. So lassen sich in einer Familie häufig mehrere Mitglieder finden, die unter den Symptomen leiden.

Die Ursache bei einem androgenetischen Haarausfall liegt bei den Hormonen. Ist eine Frau für den Haarausfall anfällig, weisen ihre Haare mehr Bindungsstellen auf, an denen sich Testosteron und Dihydrotestosteron andocken können. Bei den Substanzen handelt es sich um „typisch männliche“ Hormone, aber auch Frauen weisen ein bestimmtes Level der Stoffe auf. Letztendlich verkürzt sich die Wachstumsphase des Haars. Gleichzeitig stellt sich eine Beschleunigung des Zyklus ein. Die Haarfollikel schrumpfen und es kommt zu einer Miniaturisierung. Während bei männlichen Patienten der Haarausfall im Bereich der Geheimratsecken beginnt, macht er sich bei Frauen zunächst am Scheitel bemerkbar. Darüber hinaus sind bei Frauen meistens nur einige Haare betroffen, sodass die Entstehung einer Glatze im weiteren Verlauf unwahrscheinlich ist. Stattdessen bilden sich höchstens einzelne kahle Stellen, während die Haare in anderen Regionen wie gewohnt weiter wachsen. Bei vielen Betroffenen lassen sich vollkommen leere Flecken sogar nur sehr selten beobachten. Stattdessen schimmert die Kopfhaut generell vermehrt durch, wodurch das Haar sehr dünn aussieht.

Haarausfall bei FrauenDer Haarausfall bei Frauen im Rahmen erblicher Faktoren wird in unterschiedliche Stadien eingeteilt. Bei dem ersten Stadium ist der Mittelscheitel etwas breiter aufgrund der fehlenden Haare. Im folgenden zweiten Prozess verliert die Patientin weitere Haare in der Umgebung des Scheitels. Das dritte Stadium ist davon gekennzeichnet, dass sich nur noch wenig Behaarung auf der oberen Kopfhaut befindet. Begünstigt wird der Verlauf durch einen hormonellen Umschwung, wie er zum Beispiel während der Wechseljahre entsteht. Konnten Frauen zuvor bereits vermehrt Haare in der Bürste oder auf dem Kissen entdecken, so schwinden die Strähnen durch die veränderten hormonellen Bedingungen nun meistens noch zügiger.

Bei dem diffusen Haarverlust fallen Haare nicht strukturiert oder begrenzt aus, sondern über den gesamten Kopf verteilt. Die Haarzwiebel wird nicht ausreichend mit bestimmten Nährstoffen versorgt, wie zum Beispiel mit spezifischen Aminosäuren oder B-Vitaminen. Daraufhin reduziert sich ihre Lebensdauer und sie fallen früher aus. Die Ursachen eines diffusen Haarverlusts sind sehr unterschiedlich und lassen sich nicht verallgemeinern. Weil der Haarausfall auf eine zugrundeliegende Erkrankung hinweisen kann, sollte er auch dann nicht ignoriert werden, wenn die Erscheinung an sich kein Unbehagen auslöst. Die Beschädigung der Haarwurzeln, aus der schließlich der Haarverlust resultiert, hat unterschiedliche Gründe. Zu diesen gehören zum Beispiel spezifische Medikamente wie Heparin, Infektionskrankheiten (Grippe, Typhus), Vergiftungen mit Schwermetallen (Arsen), hormonelle Veränderungen (Wechseljahre, Absetzen der Pille, Schwangerschaft), Unterversorgung mit Nährstoffen durch Diäten, Mangelernährung wegen einer Funktionsschwäche des Darms, Stress, Strahlentherapie aufgrund einer Krebserkrankung, Schilddrüsenerkrankungen oder entzündliche Kopfhautentzündungen (Schuppenflechte). Im Gegensatz zum erblichen Haarausfall lässt sich der diffuse häufig gut behandeln. Voraussetzung ist hier, dass die zugrundeliegende Erkrankung erkannt und therapiert wird. Deswegen ist es notwendig, die Ursache festzustellen. Ansonsten wird die Behandlung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht anschlagen, obwohl sich der Haarausfall eigentlich beheben ließe. Letztendlich handelt es sich bei diesem nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um das Symptom einer anderen.

Haarausfall bei Frauen was hilft?

Welche Therapie zum Einsatz kommt, hängt somit von den Beschwerden ab. Liegt zum Beispiel eine Schilddrüsenunter- oder Überfunktion vor, so lässt sich diese normalerweise mit der täglichen Einnahme von Tabletten regulieren. Diese können mangelnde Schilddrüsenhormone ersetzen und damit auch sämtliche andere begleitenden Erscheinungen verschwinden lassen.

Im Rahmen einer hormonellen Umstellung durch das Absetzen der Pille oder die Schwangerschaft ist es meistens nur eine Frage der Zeit, bis sich der Organismus gefangen hat und der Haarzyklus sich normalisiert.

Bestehender Stress sollte effektiv abgebaut und vermieden werden. Hier sind unterschiedliche Übungen hilfreich, wie zum Beispiel regelmäßiger Sport, der überflüssiges Kortisol verschwinden lässt. Um das Aufkommen neuer stressiger Situationen zu vermeiden, sollte der Alltag ausreichend strukturiert und geplant werden. Je seltener man unter Zeitdruck und ähnliches gerät, desto weniger Stresshormone durchströmen unseren Körper. Deswegen kann es durchaus sinnvoll sein, am morgen zum Beispiel eine Stunde früher aufzustehen, um unter anderem den Haushalt in Ruhe zu erledigen. Darüber hinaus helfen Entspannungsübungen, wie Autogenes Training. Dieses muss jedoch zunächst ausreichend einstudiert werden, um von den positiven Effekten zu profitieren. Nach einigen Wochen stellen sich jedoch in der Regel sehbare Resultate ein, die aufkeimenden Stress unterdrücken.

Eine Diät hinterlässt ihr Spuren, insofern sie bis ins Extreme getrieben wurden. Mangelerscheinungen sind unter solchen Umständen keine Seltenheit. Liegt der Verdacht von Nährstoffmängeln vor, so sollte die Ernährung genau unter die Lupe genommen werden. Der menschliche Organismus benötigt neben Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen auch verschiedene Mineralstoffe, Vitamine sowie Spurenelemente. Normalerweise kann von einer guten Versorgung ausgegangen werden, wenn der Speiseplan durch einen großen Anteil von Obst und Gemüse gedeckt wird, welches verschiedenen Farben aufweist. Die Farbe des Obstes und Gemüses sagt nämlich bereits etwas über seine Inhaltsstoffe aus. Deswegen ist Vielfalt ebenfalls auf dem Teller gewünscht, um gegen Haarausfall vorzugehen.

Die Behandlung einer Schuppenflechte im Bereich des Kopfes unterliegt dem behandelndem Hautarzt. Bei einem milderen Verlauf wird jedoch häufig zu Mitteln gegriffen, die sich äußerlich anwenden lassen. Dazu gehören zum Beispiel Kortison oder Calcitriol. Beide Stoffe sind in Cremes oder Salben enthalten, die anschließend auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Bei einer stärkeren Ausprägung verschreiben Ärzte zudem ein Medikament zur Unterdrückung des Immunsystems. Die Entstehung von Schuppenflechte steht nämlich in einem engen Kontext zu einer Fehlregulierung des Abwehrsystems. Weil auf diese Weise gleichzeitig die Anfälligkeit für andere Erkrankungen erhöht wird, sollte während der Einnahme des Medikaments besonders intensiv auf verschiedene Einflüsse, wie Ernährung und Bewegung, geachtet werden.

Kreisrunder Haarausfall

Warum ein kreisrunder Haarausfall entsteht, konnten Experten bis heute nicht einwandfrei erklären. Einigen Wissenschaftlern zufolge soll es sich um eine Erkrankung des Immunsystems handeln. Die körpereigenen Abwehrzellen greifen die Haarwurzeln an, weil sie diese fälschlicherweise als Fremdkörper identifizieren. Die Haarwurzel wird beschädigt, wodurch es zum Haarverlust kommt. Allerdings handelt es sich bei diesem Zustand um keinen irreparablen. So können nach einiger Zeit durchaus wieder Haare nachwachsen. Viele Betroffene leiden unter einer weiteren Autoimmunkrankheit, was die Ausgangsthese untermauert. Bei etwa 20 Prozent der Patienten und Patientinnen lassen sich zudem andere Fälle von kreisrundem Haarausfall in der Familie finden, was auf eine genetische Komponente hinweist.

Kreisrunder Haarausfall muss nicht unbedingt behandelt werden. Letztendlich genügt es oft bereits, einfach abzuwarten, bis die Strähnen zurückkehren. Haarausfall ist aus gesellschaftlichen Gründen jedoch insbesondere für Frauen oft unangenehm. Eine Behandlung ist prinzipiell möglich, kann aber auch unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Deswegen sollte sich die Patientin oder der Patient ausführlich mit dem Thema beschäftigen. Die Therapie beschränkt sich dabei auf die Beseitigung der bestehenden Symptome. Es ist bisher noch nicht gelungen, ein Medikament zu entwickeln, welches die zugrundeliegende Ursache behandelt. Generell wird zwischen zwei verschiedenen Methoden differenziert, die abhängig vom Stadium des Haarausfalls Anwendung finden. Zum einen können Patienten örtlich therapiert werden, zum anderen innerlich. Zur innerlichen Anwendung gehören zum Beispiel Zink-Tabletten und Kortikoide. Diese können ebenfalls äußerlich aufgetragen werden. Dasselbe gilt für eine Immuntherapie mit dem Wirkstoff DCP.

Haarausfall bei Frauen was hilft? Bedeutung der psychischen Komponente

Volle, dichte Haare gelten als ein elementarer Teil des weiblichen Schönheitsideals. Fallen diese aus, reagiert die Gesellschaft häufig mit Ablehnung. Dementsprechend leiden Frauen unter kahlen Stellen häufiger mehr als Männer, deren Haarausfall anerkannt wird. Sobald die Haarpracht dünner wird, kann der psychische Druck sich ebenfalls negativ auf das Haarwachstum auswirken. Haare werden oftmals mit Attraktivität und Schönheit gleichgesetzt, sind sie dazu in der Lage, das gesamte Erscheinungsbild zu verändern. Auf Haarausfall reagieren einige Frauen mit einem sozialen Rückzug. Deswegen ist der richtige Umgang mit den kahlen Bereichen sehr wichtig, damit diese keinen nachhaltigen Einfluss auf die Lebensqualität haben. Natürlich lässt sich schwindendes Haar heutzutage mit Leichtigkeit verdecken, zum Beispiel mithilfe einer Perücke. Diese löst jedoch nicht das zugrunde liegende Problem der Schwierigkeit, sich selber aufgrund des Haarverlusts anzunehmen. Tücher, Make-up, Haartransplantationen und Haarverlängerungen können zu einem besseren Selbstwertgefühl beitragen. Elementarer ist es jedoch, den Haarausfall zu akzeptieren und positiv zu sehen. Dafür kann es unter anderem hilfreich sein, das eigene Erscheinungsbild auch ohne Haarersatz im Spiegel zu betrachten und sich auf andere Vorzüge wie Lippen oder Augen zu konzentrieren. Weitere Möglichkeiten sind Selbsthilfegruppen und ein offener Umgang mit dem „Problem“. Werden die Symptome thematisiert, beugt dies unangenehme Gespräche und Gerüchte vor. Der soziale Rückzug sollte auf jeden Fall vermieden werden. Letztendlich zählt für die meisten Menschen das Gesamtbild. Haarausfall bei Frauen mag gesellschaftlich noch nicht vollkommen akzeptiert sein. Ein gutes Selbstbewusstsein kann aber alle Zweifel aus der Welt schaffen. Betroffene sollten niemals vergessen, dass ausgefallene Haarsträhnen sie nicht weniger bestrebenswert oder schön machen, sondern das es sich ausschließlich um einen äußerlichen Faktor handelt, der ohnehin im Auge des Betrachters liegt.

Hausmittel gegen Haarausfall bei Frauen

Mittlerweile kursieren im Internet zahlreiche Hausmittel, die den Haarausfall bei Frauen korrigieren sollen. Bevor zu diesen gegriffen wird, empfiehlt sich jedoch immer der Gang zum Arzt. Manchmal stecken nämlich schwerwiegende Erkrankungen hinter dem Symptom. Darüber hinaus sind die Chancen wesentlich größer, ausfallende Haare zu behandeln, indem die Ursache therapiert wird. Haarausfall was tun?

Christoph